Facebook-Post aus Erfurt: Obdachloser erzählt Frau eine traurige Geschichte – FOCUS Online

Facebook-Post aus Erfurt Frau spricht Obdachlosen an – was sie von ihm erfährt, sollte uns zu denken geben Teilen 6 Startseite Teilen Kommentare E-Mail Mehr Erfurt, Jena colourbox.comDer Obdachlose aus Erfurt erzählt eine traurige Geschichte (Symbolbild) FOCUS-Online-Redakteur Hardy Heuer Dienstag, 08.08.2017, 20:22 Kein fester Wohnsitz, kein Job, kaum Geld für Essen: Obdachlose in Deutschland haben es in unserer Gesellschaft nicht einfach. Sie werden mit Missachtung gestraft, wenn sie uns einen Becher hinhalten. Dabei wünschen sie sich nur ein paar Cent, um sich Essen kaufen zu können. Diese Erfahrung muss auch Wolfgang aus Erfurt machen. Der Obdachlose trägt gelb-graue, schulterlange Haare und einen grauen Bart. Eine Kapuzenjacke wärmt seinen Körper an kalten Tagen. Wolfgang war früher Fotograf, führte ein ganz normales Leben. Heute lebt er auf den Straßen der thüringischen Landeshauptstadt, ausgegrenzt und mit wenig Hoffnung auf ein besseres Leben – und das schon seit vier Jahren. Schlimmer noch: Er wird von seinen Mitbürgern komplett ignoriert. Obdachloser erzählt traurige Geschichte Antje K. tut das nicht. Die Erfurterin berichtet auf ihrem Facebook-Profil von einer rührenden Begegnung mit Wolfgang. Ihre geschriebenen Zeilen bringen die Leute zum Nachdenken, über 1600 Menschen haben ihren Beitrag bereits geteilt. Sogar ein Erfurter Friseurladen wurde darauf aufmerksam, bot Wolfgang einen kostenlosen Haarschnitt und Bartpflege an. Denn der Obdachlose erzählt Antje eine Geschichte, die einfach nur traurig macht. „Gebt ihm eine Chance!“ So sei Antje seinen Schilderungen nach die erste Person, die ihn nach sehr langer Zeit mal nicht ignoriert habe. Das Gespräch mit ihr war das erste intensive, das Wolfgang seit vier Jahren mit einem Menschen geführt habe. In der Obdachlosen-Szene bittere Realität. Wolfgangs Erzählung berührt Antje zutiefst. Den Ärger über ihre Mitmenschen drückt sie in ihrem Facebook-Post aus. „Ich schäme mich nicht, mit Randgruppen und den Vergessenen unseres Landes Zeit zu verbringen“, schreibt sie. Und weiter: „Gebt ihm eine Chance!“ Große Bitte an alle Mitbürger Die Erfurterin richtet einen Appell an alle Mitbürger. „Lauft nicht einfach so an ihm vorbei, sondern schenkt ihm die Achtung, die jeder Mensch verdient“, schreibt Antje. Denn: Wolfgang sei genauso ein Mensch wie wir alle und sollte deshalb auch „ein menschenwürdiges Leben haben“. Sollte ihm der Traum vom eigenen Zuhause oder die erhoffte Rückkehr in den Fotografie-Job jedoch verwehrt bleiben, so wünscht er sich wenigstens ein „warmes weiches Bett“. Mit ein wenig Hilfe seiner Mitmenschen ist das auf jeden Fall ein machbares Unterfangen. Eine Sache, die uns Mut macht Studien beweisen: Obdachlose, die schnell wieder eine Wohnung bekommen und dann im Alltag unterstützt werden, kommen besser klar als die Obdachlosen, die erst jahrelang in Wohnheimen gelebt haben und beweisen mussten, dass sie wohnfähig sind. „Housing First“ heißt der Ansatz, der Menschen, die auf der Straße leben, ohne Umwege ein eigenes Heim gibt. Er stellt eine Alternative zu dem herkömmlichen System von Notunterkünften und vorübergehender Unterbringungen da. Je nach „Housing First“-Projekt lebten zwischen 78 und 90 Prozent der ehemals Obdachlosen auch nach zwei Jahren noch in ihrer Wohnung. Ursprünglich stammt das Konzept aus New York, inzwischen wird es auch in Finnland, Dänemark, Frankreich und Belgien großflächig umgesetzt.

http://www.focus.de/regional/erfurt/facebook-post-aus-erfurt-frau-spricht-obdachlosen-an-was-sie-von-ihm-erfaehrt-sollte-uns-zu-denken-geben_id_7449268.html

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Quelle: via @Norbertschulze, August 10, 2017 at 08:43PM

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